Chronik der FF Siems (1926 - 2010)

 

Die Freiwillige Feuerwehr Siems wurde am 18. Mai 1926 gegründet. Anlass für die Gründung war ein Feuer auf dem Luisenhof am 29. Januar 1926.

Der Initiative des Gemeinnützigen Vereins Siems-Dänischburg ist es zu verdanken das es zu der Gründung kam. Fast alle damaligen Ortsbewohner traten der ersten Freiwilligen Feuerwehr unter der Führung des gewählten Hauptmannes Richard Pöhl bei. Eine durch Muskelkraft betriebene Handdruckspritze war das erste Löschgerät der FF Siems.

Um 1930 wurde eine "Triumph" Abprotzspritze der Firma Koebe und somit das erste motorbetriebene Löschgerät in den Dienst gestellt. Diese Feuerwehrspritze wurde in den Vorkriegsjahren von einem Ford-LKW des örtlichen Kohlehändlers gezogen.

Die vollkommenen Motorisierung der FF Siems erfolgte dann im Jahre 1946. Sie wurde von einem LF 15 auf Magirus S 3000 abgelöst.

Kurz darauf wurde die erste Sirene in Siems in Betrieb genommen und somit konnte die Alarmierungszeit um fast 10 Minuten verkürzt werden.

Noch bis zum Jahre 1993 diente ein Erdbunker des Heeresverpflegungsamtes als Gerätehaus für die Wehr.

Im März 1960 wurde das Banner der Freiwilligen Feuerwehr Siems vom damaligen Kreisbrandmeister Niemann geweiht.

Im Mai 1964 wurde das Löschfahrzeug ausgemustert und die Wehr stand ohne Einsatzfahrzeug da. Kurzerhand wurde ein, von Fritz Möller zur Verfügung gestellter, PKW-Anhänger mit Schlauchmaterial, Strahlrohren und Standrohr bestückt. So konnten die Kameraden zumindest den Brandschutz von den vorhandenen Hydranten aus sichern.

In den kommenden 3 Jahren konnte dann der Wehrführer Hans Möller jeweils ein neues Fahrzeug in Betrieb nehmen.

  • 1965 ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF 8) auf VW
  • 1966 ein Tanklöschfahrzeug (TLF 8) auf Unimog
  • 1967 ein Vorauslöschfahrzeug (VLF) ebenfalls auf Unimog

 

In der darauffolgenden Zeit, unter der Führung von Kurt Schütz, wurden die Alarmsirenen von der Stadt stillgelegt. Das erschwerte die Alarmierung der Kameraden, da zur damaligen Zeit nicht alle Feuerwehrmänner im Besitz eines Telefons waren.

1980 bauten die Kameraden ihren "Bunker" aus, damit alle drei Fahrzeuge dort untergestellt werden konnten. Allerdings wurde das VLF im darauffolgenden Jahr und das TLF wiederum ein Jahr später ausgemustert.

1983 wurde ein neues TSF 8 auf einem Mercedes Fahrgestell in den Dienst genommen.

TSF 8
TSF 8

Nach nun zwölf Jahren ohne Sirenenalarmierung wurde die Sirene auf der Rangenberg-Schule an die Funkauslösung angeschlossen. Das alte TSF auf VW wurde ausgemustert und die Siemser bekamen ein Katastrophenschutzfahrzeug LF 16/TS auf Magirus Deutz Merkur 125 A.

LF 16/TS
LF 16/TS

Nach dem im Jahre 1989 eine Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Beidendorf (damalige DDR) geschlossen wurde, bekamen die Kameraden 1991 neue Schutzkleidung.

1993 konnten die Kameraden der Siemser Wehr dann endlich ihr "Provisorium Bunker" verlassen und in den neuen ortskernbildenden Stützpunkt einziehen.

Das alte LF 16/TS musste abgegeben werden.Jedoch erhielten die Feuerwehrleute zur Einweihung des neuen Gerätehauses ein nagelneues Tanklöschfahrzeug (TLF 8/12 auf Unimog).

Mit der Einführung der digitalen Funkmeldeempfänger 1994 konnten nun auch alle Kameraden gleichzeitig alarmiert werden.

Im Jahr 1997 erhielt die Wehr, unter der Führung von Ekkart Lempio, einen Schlauchwagen (SW 2000Tr auf Mercedes Benz LAF 1113 B) und wurde von nun an zu Einsätzen im ganzen Stadtgebiet gerufen. Überall wo der Aufbau einer Wasserversorgung über lange Wegstrecken nötig war. Außerdem erhielten die Kameraden in diesem Jahr die neue Nomex-Einsatzbekleidung und Dräger-Helme.

SW 2000
SW 2000

Im Jahr 2001 muss die Wehr ihr Tragkraftspritzenfahrzeug abgeben, erhält dafür aber ein werksneues LF 8/6 auf Mercedes Atego. Der Aufbau des Straßenfahrzeuges kommt von der Firma Ziegler.

 

LF 8/6
LF 8/6

 

In diesem Jahr feiert die Wehr auch ihr 75 jähriges Bestehen mit vielen Gästen im Gerätehaus am Luisenhof. Des Weiteren werden 2 neue Handsprechfunkgeräte aus eigenen Mitteln beschafft. Auch die Terrasse des Gerätehauses bekommt in diesem Jahr eine Überdachung.

 

2003 führte die Wehrführung erste Gespräche über Alarmierungen für einen Notfall im neugebauten Herrentunnel. Daraus ergibt sich wenig später eine Aufnahme in den Alarmplan bei Brandeinsätzen im Herrentunnel.

 

Im Daurauffolgenden Jahr führte die Hansestadt das Alarmleitsystem „ Kobra“ ein. Auch ein Brandübungscontainer wird durch die Stadt beschafft und von dort an auch regelmäßig von Siemser Atemschutzgeräteträgern zur Ausbildung benutzt. Außerdem finden mehrere Ausbildungswochenenden an der Landesfeuerwehrschule (Oxer) in Flensburg statt. Ein Übungswochenende auf dem Brandübungsplatz in Wankendorf wird aus eigenen Mitteln finanziert. Die Wehr erhält in diesem Jahr, die nun schon zweite Generation, digitaler Meldeempfänger. Die Ausrüstung wird um ein C – und ein B- Hydroschild erweitert.

 

Im Jahre 2006 feierte die Wehr ihr 80 jähriges Bestehen. In Eigenarbeit und in kürzester Zeit bauten die Kameraden eine Abgasabsauganlage in das Gerätehaus am Luisenhof ein. Durch einen Computer und dem FOX- Feuerwehrprogramm war die Wehr von dort an mit dem Stadtfeuerwehrverband, der Berufsfeuerwehr und dem Rest der Welt verbunden.

 

Unter dem Kommando von Wehrführer Benjamin Peters beschaffte die Wehr im Jahre 2007 neben weiterer persönlicher Schutzausrüstung auch mehrere 2 m – Handsprechfunkgeräte. Mittlerweile wurden insgesamt sieben Handsprechfunkgeräte in Eigenleistung beschafft.

 

2009 entschied sich die Wehr zur Teilnahme an der Leistungsbewertung „ Roter Hahn“. Diese wurde in der ersten Stufe auf Anhieb geschafft.

Von dort an schmückte das Schild die Wand des Gerätehauses.

 

Antreten zum Roter Hahn
Antreten zum Roter Hahn

 

Im Jahre 2010 wurden die bisherigen digitalen Funkmeldeempfänger durch neue Swissphone BOS 910 Melder ersetzt. Auch der Parkplatz vor dem Gerätehaus wird in diesem Jahr um 6 Parkplätze erweitert. Die erste Internetseite geht in diesem Jahr ans Netz und kann im darauf folgenden Jahr 4 von 5 Helmen beim Dräger – Internetseitenwettbewerb erlangen. Fortan wird ein Grossteil der Öffentlichkeitsarbeit über das Internet getätigt.

 

2011 bestanden die Kameraden die Prüfung zur Leistungsbewertung Roter Hahn Stufe 2.

Am 12.12.2012 wurde die Wehr als Mitglied im Löschzug Gefahrgut der Hansestadt Lübeck aufgenommen. Nach 2 jahren Ausbildung fahren nun 11 Kameraden zu Gefahrguteinsätzen. Ergänzt wird die Ortsgruppe durch 3 Kameraden aus Dänischburg.

 

2013 bekam die FF Siems einen MTW. Der VW Touran wird nun als 30/73/2 seinen Dienst in Siems versehen. Beim Dräger Homepagewettbewerb konnten erneut 4 von 5 Helme erreicht werden. Außerdem bildet die FF Siems zusammen mit der FF Dänischburg nun den 3. Löschzug Wasser. Gleichzeitig wurde ein Konzept zur Schlauchmarkierung bei der Wasserversorgung über lange Wegstrecken in ganz Lübeck eingeführt. Dieses wurde von Siemser Kameraden entwickelt und gebaut. Die Leistungsbewertung Roter Hahn konnte in der 3. Stufe erfolgreich abgeschlossen werden. Auch die ersten 10 neuen Helme konnten in Empfang genommen werden. Bullard Magma Type A werden ab 2013 für die Lübecker Feuerwehren angeschafft. Dazu gibt es wieder Spinnenmasken vom Typ Dräger FPS 7000.

 


Auch den längsten Einsatz der Wehrgeschichte gab es zu bewältigen. Insgesamt 202 Stunden waren Kameraden der FF Siems beim Jahrhunderthochwasser in Lauenburg im Einsatz.

Quellen: Chronik der FF Siems

               Bilder aus dem Archiv der FF Siems

Twitter